Jede Woche klimafreundlich kochen

GreenMonday ist eine Initiative zur Förderung von klimafreundlichem Kochen mit pflanzlichen Produkten.

Weniger Fleisch, mehr pflanzliche Kost

Statement: ÄrztInnen für eine gesunde Umwelt

Gesunde Ernährung fördert das Wohlbefinden jedes Einzelnen und ist überdies gut für die Umwelt, so die ÄrztInnen für eine gesunde Umwelt.

Ernährungsabhängige Krankheiten sind in Österreich weit verbreitet. Hierzu zählen unter anderem Übergewicht, Obstipation, Bluthochdruck, Herzinfarkt, Gallensteine, Gicht und Diabetes mellitus. Nicht zu vernachlässigen sind auch Tumorarten, die mit falscher Ernährung im Zusammenhang stehen wie Dickdarm- und Magenkrebs.

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ÄGU-Sprecher OA Assoz. Prof. DI Dr. med. H-P Hutter: Die Ursachen der ernährungsabhängigen Krankheiten sind am einfachsten mit zu viel, zu fett, zu süß und zu salzig zu umschreiben. Ziel muss es daher sein, die durchschnittliche Fettaufnahme von etwa 40% auf etwa 25 – 30% der Gesamtenergiezufuhr zu senken und den Verzehr komplexer Kohlenhydrate entsprechend zu steigern. Gleichzeitig geht es darum, das zu wenig an bestimmten Inhaltsstoffen (Vitamine, Mineral-, Ballast-, sekundäre Pflanzenstoffe) auszugleichen.

Hinsichtlich Ernährungsgewohnheiten sind zwei Hauptprobleme zu nennen: ÖsterreicherInnen konsumieren zu viele tierische Lebensmittel, v.a Fleisch, Fleischwaren, Eier und zweitens zu viele stark verarbeitete Produkte (z.B. Konserven, Süßigkeiten und Fertigprodukte).

Aber nicht nur für den Einzelnen hat dies dramatische Gesundheitsfolgen. Der steigende Fleischkonsum belastet durch Aufzucht, Haltung, Transport und Verarbeitung der Nutztiere bekanntlich auch das Klima und damit in weiterer Folge die Gesundheit der Weltbevölkerung.

Eine Umstellung auf vermehrte pflanzliche Nahrung ist daher aus mehreren Gründen dringend notwendig. Dabei stellt Soja eine hochwertige Eiweißquelle dar. Am Markt finden sich insbesondere Sojatrockenprodukte, die als Fleischersatz angeboten werden.

Durch das verstärkte Angebot ist auch mit einem häufigeren Auftreten von Sojabohnenallergien zu rechnen. Neben primären Allergien, also ausgelöst durch Soja, stehen vor allem Kreuzreaktionen im klinischen Fokus (z.B. bei manifesten Birkenpollen- oder Hülsenfrucht-Allergien).

Es steht außer Streit, dass es sich bei Allergien um ernsthafte Erkrankungen handelt, deren gegenwärtiger Anstieg in der Bevölkerung bedenklich ist. Trotzdem ist aus umweltmedizinischer Sicht ein gesundheitlicher Benefit für die Bevölkerung durch eine vermehrte Zufuhr von Sojatrockenprodukten anzunehmen: Einerseits sind in Frage kommende Allergene aufgrund von Fermentierungsprozessen, Erhitzen, etc. oft nur in Spuren nachweisbar und andererseits nimmt das Risiko hinsichtlich Herzkreislauf- und Tumorerkrankungen ab.

Daher steht aus ärztlicher Sicht einer Ergänzung der Ernährung mit Sojatrockenprodukten nichts im Wege, so Hutter. Selbstverständlich ist eine verstärkte Aufklärung von Pollenallergikern über die Gefahr einer Kreuzallergie mit Sojaprodukten ebenso erforderlich.

Statement vom 28.11.2011,
Rückfragehinweis:
OA Assoz. Prof. PD DI Dr. med. H-P Hutter
Tel: 01-40160-34930

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